Theaterstück auf Spanisch, Deutsch und Englisch mit deutschen Übertiteln
StandBy erzählt drei Geschichten aus Lateinamerika über Familie und Migration, über Zerrissenheit und Sehnsucht, über Video-Mamas und verlassene Kinder. Gebrochen werden die Geschichten durch die aktuellen Visionen von politischen Akteuren, die glauben, die weltweiten Migrationsbewegungen mit Mauern und Zäunen stoppen zu können oder von einem Leben auf dem Mars phantasieren.
Miguel wird im Alter von vier Jahren von Kuba in die USA gebracht. Mit der Operation „Peter Pan“ sollten mitten im Kalten Krieg kubanische Kinder vor der kommunistischen Indoktrination gerettet werden. Die US-Operation „Peter Pan“ im Jahr 1960 gilt bis heute als Teil der geheimen Kriegsführung gegen Kuba. Miguel kommt in ein Kinderheim und wird später adoptiert. Er bekommt einen neuen Namen, verliert seine Identität und seine Wurzeln. Sein neuer Name verhindert, dass seine Eltern ihn zu sich holen können, als sich die politische Situation entspannt. Miguel sucht bis ins hohe Alter seine Wurzeln.
Javier verlässt Guatemala, weil er versuchen muss, das Überleben seiner Familie zu sichern. Er kann seine Felder nicht mehr bestellen, weil der Regen fehlt.
Er macht sich auf einen lebensgefährlichen Weg durch die mexikanische Wüste und erreicht
...
afficher plus
Theaterstück auf Spanisch, Deutsch und Englisch mit deutschen Übertiteln
StandBy erzählt drei Geschichten aus Lateinamerika über Familie und Migration, über Zerrissenheit und Sehnsucht, über Video-Mamas und verlassene Kinder. Gebrochen werden die Geschichten durch die aktuellen Visionen von politischen Akteuren, die glauben, die weltweiten Migrationsbewegungen mit Mauern und Zäunen stoppen zu können oder von einem Leben auf dem Mars phantasieren.
Miguel wird im Alter von vier Jahren von Kuba in die USA gebracht. Mit der Operation „Peter Pan“ sollten mitten im Kalten Krieg kubanische Kinder vor der kommunistischen Indoktrination gerettet werden. Die US-Operation „Peter Pan“ im Jahr 1960 gilt bis heute als Teil der geheimen Kriegsführung gegen Kuba. Miguel kommt in ein Kinderheim und wird später adoptiert. Er bekommt einen neuen Namen, verliert seine Identität und seine Wurzeln. Sein neuer Name verhindert, dass seine Eltern ihn zu sich holen können, als sich die politische Situation entspannt. Miguel sucht bis ins hohe Alter seine Wurzeln.
Javier verlässt Guatemala, weil er versuchen muss, das Überleben seiner Familie zu sichern. Er kann seine Felder nicht mehr bestellen, weil der Regen fehlt.
Er macht sich auf einen lebensgefährlichen Weg durch die mexikanische Wüste und erreicht schließlich die USA. Es vergehen 14 Jahre, bevor er wieder nach Guatemala zurückkehrt. In der Zwischenzeit kann er mit seiner Tochter Sofía nur telefonisch und per Video Kontakt halten. Sie entfremden sich immer mehr. Dass auch seine Frau sich von ihm längst losgesagt hat, merkt er erst, als er wieder zurückkommt.
María kehrt ihrer Heimat Mexiko den Rücken und lässt ihren Sohn Ernesto bei den Großeltern zurück. In Deutschland will sie Geld verdienen und damit seine Ausbildung finanzieren. Sie arbeitet als Putzfrau, später bekommt sie Papiere und eine schlecht bezahlte Anstellung bei Tesla.
Mit Ernesto führt sie eine Cyber-Beziehung, in der die immer gleichen Fragen auftauchen und die tatsächlichen Sorgen der beiden ausgespart werden. Die regelmäßigen Video-Calls reichen nicht aus, um die jeweils andere Welt erfahrbar zu machen, sodass beide unwirkliche Vorstellungen von den Lebensumständen des anderen haben. Es ist die irreale Hoffnung auf ein Wiedersehen, die beide verbindet.
ZUR GRUPPE
Alle an der Inszenierung Beteiligten haben ihre eigenen Erfahrungen mit dem Thema illegale und legale Migration gemacht und kennen die Auswirkungen der Migration auf die familiären Beziehungen aus persönlicher Anschauung.
BETEILIGTE
Konzept, Text und Regie: Tanja Watoro
Komposition und Sounddesign: Ilja Pletner
Schauspieler*innen: Sebastían Denegris, Nelson Leon, Anna Ortmann, Josefina Valdovinos, Mario Vázquez
Puppenspiel und Performance: Irene Fas Fita
Puppenbau und Ausstattung: Daisy Watkiss, Nelson Leon, Marco Susano
Kostüme und Choreografie: Tanja Watoro
Licht: Marie-Louise Stille
Untertitel: Ruben Nitsche
Da unsere Bühne unterschiedlichen Wetterbedingungen ausgesetzt ist und nicht alle Plätze während der gesamten Vorstellung vor Sonne und Regen geschützt sind, möchten wir Sie bitten, selbst für entsprechenden Sonnen- bzw. Regenschutz zu sorgen.
afficher moins