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Nomadische Existenz: Queere Präsenz und unsichere Zufluchten

Nomadische Existenz: Queere Präsenz und unsichere Zufluchten Humboldt Forum, Schloßplatz, 10178 Berlin Billets

Credits: Porträt der Künstler*in Ju Bavyka und der Kuratorin Melanie Krebs © Staatlichen Museen zu Berlin, Foto: Pierre Adenis

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Humboldt Forum, Berlin (DE)

Ein Gespräch zwischen Autor*in und Künstler*in Ju Bavyka und der Kuratorin der Sammlungen aus Nordafrika, West- und Zentralasien, Dr. Melanie Krebs.

Bis zum späten 19. Jahrhundert definierte sich Identität im mehrsprachigen Zentralasien nicht durch Konzepte von Nationalität. Die Sowjetunion gründete zunächst Nationen, um sie dann zu vereinen. Kunsthandwerk – Teppiche, Stickereien, Keramik, Kleidung – wurden neu benannten Nationen zugewiesen, auf Messen ausgestellt und gefeiert, solange sie mit Staatsprogrammen im Einklang waren.

Ju Bavyka, Autor*in, Künstler*in und 2026 CoMuse-Fellow im Humboldt Forum, lebt in Australien und ist in Kasachstan geboren. Ausgehend von der eigenen queeren Erfahrung blickt Bavyka auf Objekte der Zentralasiensammlung, die sich der nationalen und künstlerischen Einordnung entziehen.

Bavyka stellt Ergebnisse aus der Sammlungsforschung vor und verweist auf die Jurte (ein traditionelles Zelt zentral- und nordasiatischer Gesellschaften) als Verkörperung eines Wunsches nomadisch, sich nicht-niederlassend zu leben – dem Klima und verfügbaren Ressourcen folgend. Jurten sind für viele Gesellschaften und Ethnien geteiltes Erbe und werden weiterhin genutzt – sie sind Strukturen im Wandel und Orte der Suche.

„Meine Vorfahr*innen waren nomadisch, natürlich bin ich

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Ein Gespräch zwischen Autor*in und Künstler*in Ju Bavyka und der Kuratorin der Sammlungen aus Nordafrika, West- und Zentralasien, Dr. Melanie Krebs.

Bis zum späten 19. Jahrhundert definierte sich Identität im mehrsprachigen Zentralasien nicht durch Konzepte von Nationalität. Die Sowjetunion gründete zunächst Nationen, um sie dann zu vereinen. Kunsthandwerk – Teppiche, Stickereien, Keramik, Kleidung – wurden neu benannten Nationen zugewiesen, auf Messen ausgestellt und gefeiert, solange sie mit Staatsprogrammen im Einklang waren.

Ju Bavyka, Autor*in, Künstler*in und 2026 CoMuse-Fellow im Humboldt Forum, lebt in Australien und ist in Kasachstan geboren. Ausgehend von der eigenen queeren Erfahrung blickt Bavyka auf Objekte der Zentralasiensammlung, die sich der nationalen und künstlerischen Einordnung entziehen.

Bavyka stellt Ergebnisse aus der Sammlungsforschung vor und verweist auf die Jurte (ein traditionelles Zelt zentral- und nordasiatischer Gesellschaften) als Verkörperung eines Wunsches nomadisch, sich nicht-niederlassend zu leben – dem Klima und verfügbaren Ressourcen folgend. Jurten sind für viele Gesellschaften und Ethnien geteiltes Erbe und werden weiterhin genutzt – sie sind Strukturen im Wandel und Orte der Suche.

„Meine Vorfahr*innen waren nomadisch, natürlich bin ich trans“, stand neulich auf dem Plakat eines Mitglieds des Berliner Kollektivs Slaystans bei einem Pride March. Bavyka möchte die lebendige zentral- und nordasiatische queere Community in Berlin als Inspiration für dieses Fellowship würdigen. Dessen Mitglieder hinterfragen Ausgrenzung und erfinden neue Lebensformen, wobei sie sich traditionelle Symbole und Kunsthandwerk wieder aneignen.

Beteiligte

Ju Bavyka ist Autor*in und visuelle*r Künstler*in, geboren in Petropavlosk, Kasachstan, und lebt auf Gadigal-Land in Sydney, Australien. Seine*ihre Arbeit umfasst Text, Installationen, Zeichnungen und Vermittlung und erforscht Migration, Queerness, Arbeit und strukturelle Ausgrenzung. Essays, Poesie, und kreative Sachtexte sind erschienen in un Magazine, Runway Conversations, Liminal, und InterAlia. Bavyka hat 2025 das Peter Blazey Fellowship erhalten und ist 2026 CoMuse-Fellow am Humboldt Forum Berlin. Aktuell arbeitet Bavyka an seinem*ihrem ersten Buch.

Melanie Krebs ist seit 2022 Kuratorin für die Sammlungen aus Nordafrika, West- und Zentralasien am Ethnologischen Museum. Ihre Forschungsinteressen sind zivilgesellschaftliche Entwicklungen und Urban Culture in Zentralasien und im Kaukasus seit 1991 sowie Kunsthandwerk als Träger von Identität.

CoMuse – Das Kollaborative Museum ist eine Initiative des Ethnologischen Museums und des Museums für Asiatische Kunst, die darauf abzielt, gemeinsam multiperspektivische Ansätze zur sammlungsbasierten Forschung zu entwickeln und neue Formate für kollaborative Prozesse zu erproben, um die Dekolonisierung und Diversifizierung der Museumspraxis nachhaltig zu intensivieren.

Das CoMuse-Fellowship-Programm wird unterstützt vom Künstlerhaus Bethanien, das ein Atelier zur künstlerischen und wissenschaftlichen Forschung zur Verfügung stellt.

Ju Bavyka war zwischen April und Mai 2026, CoMuse Fellow am Ethnologischen Museum und dem Museum für Asiatische Kunst.

Weitere Informationen: kostenfrei. Dauer: 60 min. Ab 12 Jahre. Sprache: Deutsch. Ort: Mechanische Arena im Foyer. Teil von: Gästezimmer

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L'événement commence dans
2 jours
19 hrs
49 min
58 sec

Organisateur

Stiftung Humboldt Forum im Berliner Schloss

Total: XX.XX

Infos

Lieu:

Humboldt Forum, Schloßplatz, Berlin, DE

Organisateur

Nomadische Existenz: Queere Präsenz und unsichere Zufluchten est organisé par:

Stiftung Humboldt Forum im Berliner Schloss