Liebe Freunde der Musik und Literatur,
im Zuge der aktuellen Ausstellung des 2022 verstorbenen Künstlers und guten Freundes Otto von Kotzebue ist es uns eine große Freude, erneut den Dramaturgen Dieter E. Neuhaus zusammen mit der Hammerklavier-Interpretin Urte Lucht ins Musikstudio empfangen zu dürfen, die mit ihrer grandiosen Performance über das Leben August von Kotzebues nicht nur das Publikum, sondern auch seinen Nachfahren Otto hellauf begeistert und zu Tränen gerührt haben.
Manch einem mag der Name August von Kotzebue noch bekannt vorkommen. Der 1761 in Weimar geborene und 1819 in Mannheim getötete Dramatiker, Schriftsteller und Librettist war zu seiner Zeit eine wahre Größe! So war es kein Geringerer als Goethe, der oftmals von Kotzebues Werke inszenierte und mit ihm zusammen zu von Kotzebues Werken auf der Theaterbühne auftrat. Neben seinem literarischen Schaffen wurden August von Kotzebue auch noch zusätzliche Ehren zuteil.
1785 wurde er in den russischen Adelsstand erhoben. Er lebte auch einige Zeit in Russland, bis er 1817 als Generalkonsul im russischen Auftrag nach Deutschland wieder zurückkehrte. Von Kotzebue war kein Freund des deutschen Liberalismus und Nationalismus, dem er auch oftmals durch das von ihm in Weimar veröffentlichten Literarischen Wochenblatts
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Liebe Freunde der Musik und Literatur,
im Zuge der aktuellen Ausstellung des 2022 verstorbenen Künstlers und guten Freundes Otto von Kotzebue ist es uns eine große Freude, erneut den Dramaturgen Dieter E. Neuhaus zusammen mit der Hammerklavier-Interpretin Urte Lucht ins Musikstudio empfangen zu dürfen, die mit ihrer grandiosen Performance über das Leben August von Kotzebues nicht nur das Publikum, sondern auch seinen Nachfahren Otto hellauf begeistert und zu Tränen gerührt haben.
Manch einem mag der Name August von Kotzebue noch bekannt vorkommen. Der 1761 in Weimar geborene und 1819 in Mannheim getötete Dramatiker, Schriftsteller und Librettist war zu seiner Zeit eine wahre Größe! So war es kein Geringerer als Goethe, der oftmals von Kotzebues Werke inszenierte und mit ihm zusammen zu von Kotzebues Werken auf der Theaterbühne auftrat. Neben seinem literarischen Schaffen wurden August von Kotzebue auch noch zusätzliche Ehren zuteil.
1785 wurde er in den russischen Adelsstand erhoben. Er lebte auch einige Zeit in Russland, bis er 1817 als Generalkonsul im russischen Auftrag nach Deutschland wieder zurückkehrte. Von Kotzebue war kein Freund des deutschen Liberalismus und Nationalismus, dem er auch oftmals durch das von ihm in Weimar veröffentlichten Literarischen Wochenblatts Ausdruck verlieh. Leider machte er sich hierdurch viele Feinde, insbesondere die Burschenschaften, was ihm letztendlich zum Verhängnis wurde. Am 23. März 1819 drang der Burschenschaftler und Theologiestudent Karl Ludwig Sand in den damaligen Wohnsitz von Kotzebues in Mannheim ein und erstach ihn vor den Augen seines damals 4-jährigen Sohnes, begleitet von den Worten: “Hier, du Verräter des Vaterlandes!”
Diesem besonderen Menschen ist dieser Abend gewidmet und was würde dabei näherliegen, als in einer Lesung Geschichten August von Kotzebues zum Besten zu geben und dies im wort-wörtlichen Zusammenspiel mit Musik auf einem Hammerklavier?
Dieter E. Neuhaus kann bereits auf eine beachtliche Karriere als Inszenator diverser Opern- und Schauspielstücke zurückblicken. Ganz besonders sind auch seine inzwischen 25 Freilichttheater-Projekte, die er zusammen mit den Bürgern der jeweiligen Stadt oder Region aus Anlass historischer Ereignisse inszenierte. Hinzu kommen über 500 Auftritte als Schauspieler in diversen Produktionen. Zwischen 1975 und 1978 arbeitete er als Dramaturg am Theater der Stadt Bonn.
Urte Lucht übernimmt die musikalische Gestaltung dieses Abends mit Komponisten, die mit Sicherheit auch von Kotzebue bekannt gewesen sein dürften. Auf dem Programm stehen Werke von W. A. Mozart, F. Schubert und L. v. Beethoven. Von Letzerem weiß man übrigens, dass August von Kotzebue sogar in Kontakt zu ihm stand! Urte Lucht studierte sowohl das Cembalo als auch das Hammerklavier (u.a. bei dem weltberühmten Gustav Leonhardt) und sie kann inzwischen mehrere internationale Preise ihr Eigen nennen.
Zusammen bilden die beiden Künstler ein ganz besonderes Duo aus Literatur und Musik!
Otto von Kotzebue (1936 – 2022) war der Urenkel von August von Kotzebue und selbst Maler und Architekt, der zu Lebzeiten häufig in unserer Galerie ausstellte und den wir mit dieser Ausstellung erneut ehren und ihm gedenken möchten. In seinen Reisen durchquerte er viele Länder, u.a. die Vereinigten Staaten und Russland, deren Eindrücke in seiner impressionistisch anmutenden Malerei verewigt sind und deren feinsinnige Impressionen der Länder angesichts der aktuellen Weltlage nichts an Aktualität verloren haben. Näheres zu Otto von Kotzebue finden Sie unter folgendem Link : https://galerie-paque.de/otto-von-kotzebue/
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Samstag, 09. Mai 2026
17 Uhr
im
Musikstudio & Galerie: Gabriele Paqué
Blücherstraße 14
53115 Bonn
Eintritt: 30,- €
Für die Sitzplatzreservierung und weitere Informationen klicken Sie bitte folgenden Link: https://musikstudio-paque.de/lucht-neuhaus-2026/
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Programm:
„Zwerge bleiben Zwerge, auch wenn sie auf Alpen sitzen….!“
Literarisch-theatralische und musikalische Begegnungen mit dem Dichter August von Kotzebue,
der am 23. März 1819 in Mannheim von einem Studenten erdolcht wurde
gestaltet von Urte Lucht (Hammerklavier)
und Dieter E. Neuhaus (Stimme)
Lesung
– “Ein guter Mord, ein echter Mord…“
Gerichtsdiener in „Woyzeck“ von Georg Büchner
– „Ermordung des russischen Staatsraths August von Kotzebue…“
Erinnerungsblätter für gebildete Leser aus allen Ständen am 4. April 1819
– „Zwischenbemerkungen: „1761 bis 1819 ist eine Lebenszeit….“
– Kotzebues „Ausbruch der Verzweiflung“
Gedicht
– Zwischenbemerkung: „Koetzebue, ein Diener von Kaisern, Zaren, Fürsten…..“
– Kotzebues „Gebet um Dummheit“
Gedicht
– Zwischenbemerkung: „Kotzebues Städte – Ein Leben in Europa…“
– Kotzebues Alltag
Erinnerungen
– Zwischenbemerkung: „Kotzebues Ehen – Ein Leben in der Familie.“
– Kotzebues Moral „Der Schiffer“
Gedicht
– August von Kotzebue – Homme de Theatre: „Sein Debut als Schauspieler“
Erinnerungen
– Zwischenbemerkung: „Kotzebue am Theater in der ganzen Welt….“
– Kotzebues „Gedanken eines Bauern beim Guckkasten (Schauspieltheater)“
Gedicht
– Zwischenbemerkung: „Kotzebues Welttheater – Seine Lust- und Schauspiele“
– Kotzebues „Ansichten und Einsichten“
Gedanken
– Zwischenbemerkung: „August von Kotzebue – Ein Kämpfer gegen die Zeitenwende…“
– Johann Wolfgang Goethes Kotzebue-Verachtung
Wartburgfest-Gedicht
– „Zufälliges Eintreffen einer Prophezeihung”
Erinnerungsblätter für gebildete Leser aus alle Ständen am 18. Apriln 1819
– „Carl Ludwig Sand“
Nachricht
– „Sands letzter Wille“
Anzeige
– August von Kotzebues eigener, von ihm selbst verfasster Nachruf
– Kotzebue-Vermächtnis „Es kann ja nicht immer so bleiben…“
Gedicht
Musik
Franz Schubert (1797 – 1828)
Impromptu As-Dur (Allegretto) opus posth.142
Wolfgang Amadeus Mozart (1756 – 1791)
Deutsche Tänze KV 509
Präludium C-Dur KV 394
Rondo D-Dur (Allegro) KV 485
Ludwig van Beethoven (1770 – 1827)
Variationen über „Tändeln und Scherzen“ von F.X. Süssmayr WoO 76
Wolfgang Amadeus Mozart (1756 – 1791)
Adagio für Glasharmonika KV 356
Franz Schubert (1797 – 1828)
Impromptu B-Dur (Andante) opus posth.142
Antonio Salieri (1750 – 1825)
Sonata C-Dur, 4.Satz (Allegro)
Die Kotzebue-Texte finden sich in Veröffentlichungen aus den Jahren 1780 bis 1822 und sind auf Mikrofilmen der Universitätsbibliothek Freiburg i.Br. nachzulesen.
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v. l. n. r.: Gabriele Paqué, Nachfahre und Künstler Otto von Kotzebue († 2022), Urte Lucht, Dieter E. Neuhaus
Foto: Johannes Paqué, 2019
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