Wie das wäre, wenn man es auch im Alter vermöchte: «sich hinaufschwingen in den Tag wie in der Kindheit»? Aber da ist die Bürde eines langen Lebens, da sind die unausweichlichen Fragen angesichts einer prekären politischen Weltlage, die das Einzelwesen niederzudrücken drohen. Trotz allem bekennen sich die neuen Gedichte von Leonor Gnos zu einem mutigen dennoch.
Dem Wechsel der Jahreszeiten folgend, geraten Vögel, Bäume, Blumen, Wind und Himmelskörper in ihr Blickfeld. Ihre im Vers lyrisch verknappten Erscheinungen überblendet Leonor Gnos gleichsam mit den Bewegungen des eigenen Schreibens, die sie seit Jahren wie eine Forscherin ergründet, weil sie weiss, dass die Auseinandersetzung mit dem Wort sie in den Turbulenzen trägt und hält.
In aller äußeren Schönheit ist immer auch eine Ahnung von Vergänglichkeit zu erspüren. So beschwört die Dichterin noch einmal die Gestalt eines verstorbenen Freundes und ihre Erinnerungen im Zeichen der «geflüchteten Sonnen» herauf. Aber welche Leichtigkeit atmet in diesen Gedichten, auch wenn ihre Inhalte die Spannung zwischen Lebenslast und Schwerelosigkeit auszuhalten haben! Frei herausgesagt: Sie versprechen poetischen Genuss, geht doch von ihnen eine Musikalität aus, deren Wirkung nachklingt.
«Zeile um Zeile, hellhörig und poetisch
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Wie das wäre, wenn man es auch im Alter vermöchte: «sich hinaufschwingen in den Tag wie in der Kindheit»? Aber da ist die Bürde eines langen Lebens, da sind die unausweichlichen Fragen angesichts einer prekären politischen Weltlage, die das Einzelwesen niederzudrücken drohen. Trotz allem bekennen sich die neuen Gedichte von Leonor Gnos zu einem mutigen dennoch.
Dem Wechsel der Jahreszeiten folgend, geraten Vögel, Bäume, Blumen, Wind und Himmelskörper in ihr Blickfeld. Ihre im Vers lyrisch verknappten Erscheinungen überblendet Leonor Gnos gleichsam mit den Bewegungen des eigenen Schreibens, die sie seit Jahren wie eine Forscherin ergründet, weil sie weiss, dass die Auseinandersetzung mit dem Wort sie in den Turbulenzen trägt und hält.
In aller äußeren Schönheit ist immer auch eine Ahnung von Vergänglichkeit zu erspüren. So beschwört die Dichterin noch einmal die Gestalt eines verstorbenen Freundes und ihre Erinnerungen im Zeichen der «geflüchteten Sonnen» herauf. Aber welche Leichtigkeit atmet in diesen Gedichten, auch wenn ihre Inhalte die Spannung zwischen Lebenslast und Schwerelosigkeit auszuhalten haben! Frei herausgesagt: Sie versprechen poetischen Genuss, geht doch von ihnen eine Musikalität aus, deren Wirkung nachklingt.
«Zeile um Zeile, hellhörig und poetisch folgt Leonor Gnos den Rhythmen des Lebens, und auch wenn manche Erfahrungen schwierig anmuten, schöpft sie Kraft aus ihrem ›Pakt mit der Zerbrechlichkeit‹, so dass flaumleichte Gedichte entstehen.» Beatrice Eichmann-Leutenegger, Literaturkritikerin
Leonor Gnos, in der Innerschweiz geboren, lebt seit vielen Jahren in Frankreich – seit 2010 in Mar - seille, wo sie dem lyrischen Zirkel »Le Scriptorium« angehört. Längere Aufenthalte im Ausland ermöglichten ihr den Erwerb mehrerer europäischer Sprachen. Sie absolvierte verschiedene Lehrdiplome und unterrichtete von 1988 bis 2009 in Paris. Dort begann sie, eigene literarische Texte zu schreiben, und veröffentlichte seither Gedicht- und Prosabände.
Im Anschluss Austausch und Apéro.
Eintritt frei, Kollekte. Anmeldung erwünscht.
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