Musikalische Lesung mit
Maximilian Hilbrand (Stimme) und Gunda Gottschalk (Bratsche)
Marie Luise Kaschnitz ist eine der herausragenden Schriftstellerinnen des
zwanzigsten Jahrhunderts. Ihre Gedichte verlangen geradezu nach Klanggebung und
Vortrag:
„Singe das Lied vom Menschenleben, es gibt keinen andern Gesang...“
Ursprung und Leidenschaft ihres dichterischen Schaffens ist die Liebe zur Natur. Ihr
Antrieb die Frage nach dem Wesen unseres Mensch-Seins. Ihre Stimme sucht Trost
und Hoffnung in Zeiten von und Halt -und Ratlosigkeit.
Ihre Sprache ist geprägt von großer innerer Anteilnahme und Wahrhaftigkeit des
Ausdrucks. Sie stellt sich der Zerrissenheit in uns und der Welt.
Marie Luise Kaschnitz legt Rechenschaft ab. Ihre Dichtung zeugt von Aufrichtigkeit,
Mut, beeindruckender Disziplin und schonungsloser Selbstbefragung. Sie überläßt
uns ein Werk zeitloser Relevanz.
«All meine Gedichte waren eigentlich nur ein Ausdruck des Heimwehs nach einer
alten Unschuld oder der Sehnsucht nach einem aus dem Geist und der Liebe neu
geordneten Dasein [...] überall habe ich nur versucht, den Blick des Lesers auf das
mir Bedeutsame zu lenken, auf die wunderbaren Möglichkeiten und
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Musikalische Lesung mit
Maximilian Hilbrand (Stimme) und Gunda Gottschalk (Bratsche)
Marie Luise Kaschnitz ist eine der herausragenden Schriftstellerinnen des
zwanzigsten Jahrhunderts. Ihre Gedichte verlangen geradezu nach Klanggebung und
Vortrag:
„Singe das Lied vom Menschenleben, es gibt keinen andern Gesang...“
Ursprung und Leidenschaft ihres dichterischen Schaffens ist die Liebe zur Natur. Ihr
Antrieb die Frage nach dem Wesen unseres Mensch-Seins. Ihre Stimme sucht Trost
und Hoffnung in Zeiten von und Halt -und Ratlosigkeit.
Ihre Sprache ist geprägt von großer innerer Anteilnahme und Wahrhaftigkeit des
Ausdrucks. Sie stellt sich der Zerrissenheit in uns und der Welt.
Marie Luise Kaschnitz legt Rechenschaft ab. Ihre Dichtung zeugt von Aufrichtigkeit,
Mut, beeindruckender Disziplin und schonungsloser Selbstbefragung. Sie überläßt
uns ein Werk zeitloser Relevanz.
«All meine Gedichte waren eigentlich nur ein Ausdruck des Heimwehs nach einer
alten Unschuld oder der Sehnsucht nach einem aus dem Geist und der Liebe neu
geordneten Dasein [...] überall habe ich nur versucht, den Blick des Lesers auf das
mir Bedeutsame zu lenken, auf die wunderbaren Möglichkeiten und die tödlichen
Gefahren des Menschen und auf die bestürzende Fülle der Welt. Den billigen Trost,
den manche Leser vom Gedicht erwarten, habe ich nie geben wollen, und wenn meine
Verse [...] verständlich waren, so hängt das damit zusammen, dass mein Weg in der
Lyrik mich von der Natur zum Menschen geführt hat und daß ich nie ganz vergessen
konnte, daß ich mich Menschen mitteilte, freilich solchen, die die Mühe des
Ungewohnten und nur langsam zu Begreifenden nicht scheuen.»
(Marie Luise Kaschnitz anlässlich der Verleihung des Georg-Büchner-Preises 1955)
„Was Kaschnitz sieht, betrifft sie selber und betrifft uns alle. Denn sie erhebt das
Private zur öffentlichen Sache und betrachtet das Öffentliche aus privater Sicht.
Immer ist ihre Poesie in höchstem Maße persönlich und doch zugleich welthaltig. Sie
zeichnet sich durch kammermusikalische Intimität aus. Gleichwohl geht von ihr eine
geradezu alarmierende Wirkung aus. Sie erteilt uns eine sprachgewaltige Lektion der
Stille.“
(Marcel Reich-Ranicki)
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