Am 30. Mai 1933 brannten auf dem Hansaplatz Berge von Büchern. Unter Federführung des NS-Lehrerbundes und der SA wurden hier in aller Öffentlichkeit missliebige Druckwerke aus Buchhandlungen und Volksbibliotheken, zum größten Teil aber aus dem Volkshaus an der 1. Kampstraße, sowie den sozialdemokratischen und kommunistischen Partei-zentralen gegen 21 Uhr auf den Scheiterhaufen geworfen – eine der wichtigsten Demonstrationen der neuen Machthaber in dieser Stadt. Am damaligen Ort des Geschehens stellen vier Dortmunder Autor*innen jeweils einen verfolgten Autor oder eine Autorin vor.
Thorsten Trelenberg ist Pate für den Dortmunder Curt Bloch, der nach seiner Flucht aus Deutschland im nieder-ländischen Versteck Gedichte gegen die Nazis zu schrieb und in seinem Untergrundmagazin veröffentlichte.
Cornelia Franken stellt Annette Kolb vor. Die Pazifistin bemühte sich lange Zeit um Vermittlung zwischen Deutschen und Franzosen, galt in beiden Ländern als „Vaterlandsverräterin“ galt und floh vor den Nazis in die Schweiz. Thomas Kade widmet sich Gina Kaus und ihrem Werk. Die erfolgreiche Theater- und Romanautorin gehörte 1933 zu den „verbrannten Autoren“ und emigrierte 1938 sie mit ihrer Familie in die USA.
Heike Wulf schließlich übernimmt eine Patenschaft für Hilde Domin. Ihre politisch
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Am 30. Mai 1933 brannten auf dem Hansaplatz Berge von Büchern. Unter Federführung des NS-Lehrerbundes und der SA wurden hier in aller Öffentlichkeit missliebige Druckwerke aus Buchhandlungen und Volksbibliotheken, zum größten Teil aber aus dem Volkshaus an der 1. Kampstraße, sowie den sozialdemokratischen und kommunistischen Partei-zentralen gegen 21 Uhr auf den Scheiterhaufen geworfen – eine der wichtigsten Demonstrationen der neuen Machthaber in dieser Stadt. Am damaligen Ort des Geschehens stellen vier Dortmunder Autor*innen jeweils einen verfolgten Autor oder eine Autorin vor.
Thorsten Trelenberg ist Pate für den Dortmunder Curt Bloch, der nach seiner Flucht aus Deutschland im nieder-ländischen Versteck Gedichte gegen die Nazis zu schrieb und in seinem Untergrundmagazin veröffentlichte.
Cornelia Franken stellt Annette Kolb vor. Die Pazifistin bemühte sich lange Zeit um Vermittlung zwischen Deutschen und Franzosen, galt in beiden Ländern als „Vaterlandsverräterin“ galt und floh vor den Nazis in die Schweiz. Thomas Kade widmet sich Gina Kaus und ihrem Werk. Die erfolgreiche Theater- und Romanautorin gehörte 1933 zu den „verbrannten Autoren“ und emigrierte 1938 sie mit ihrer Familie in die USA.
Heike Wulf schließlich übernimmt eine Patenschaft für Hilde Domin. Ihre politisch engagierte, dialogische Dichtung entfaltet ihre Wirkung durch besondere sprachliche Einfachheit. Die geborene Hilde Löwenstein floh über Italien nach Großbritannien und 1940 weiter über Kanada nach Santo Domingo.
Eine Veranstaltung im Rahmen der Ausstellung "Verbrannte Orte – Bücherverbrennung 1933 in Deutschland" vom 8. Mai bis 3. Juni 2026 in der VHS Dortmund. In Kooperation mit: Arbeitsstelle Zukunft braucht Erinnerung – Jugendring Dortmund, Mahn- und Gedenkstätte Steinwache, Max-Planck-Gymnasium Dortmund, Verbrannte Orte e.V.
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