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Freitag

documenta. Politik und Kunst

documenta. Politik und Kunst Deutsches Historisches Museum | Pei-Bau, Unter den Linden 2, 10117 Berlin Tickets
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Deutsches Historisches Museum | Pei-Bau, Berlin (DE)
Seit ihrem Beginn präsentierte sich dem documenta-Publikum mit der künstlerischen Moderne eine Epoche, die in Deutschland bis 1945 als „entartet“ gegolten hatte. Das Programm, mit dem sich die Bundesrepublik ihren westlichen Partnern hier empfahl, speiste sich aus einer Vergangenheit, die man vorgab, überwinden zu wollen. Dabei war fast die Hälfte derjenigen, die an der Organisation der ersten documenta mitwirkten, Mitglied von NSDAP, SA oder SS gewesen. Werke ermordeter jüdischer oder verfolgter kommunistischer Künstler*innen waren in Kassel hingegen nicht vertreten. Für die Opfer von Verfolgung, Krieg und Massenmord schien kein Platz in der Erzählung vom vermeintlichen Neuanfang der jungen Bundesrepublik.

Die documenta war eng an das politische Programm der Bundesrepublik der 1950er und 1960er Jahre gebunden und spiegelte die Spannungen des Kalten Kriegs wider. Die ehemals diffamierte moderne Kunst stieg aufgrund der beträchtlichen Förderung und Indienstnahme von Seiten der Politik zur Staatskunst und damit zum Mittel der Anbindung an den „Westen” auf. Gerichtet war die Großveranstaltung in „Zonenrandlage” zwar auch an ein ostdeutsches Publikum, ostdeutsche Kunst blieb jedoch...

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Seit ihrem Beginn präsentierte sich dem documenta-Publikum mit der künstlerischen Moderne eine Epoche, die in Deutschland bis 1945 als „entartet“ gegolten hatte. Das Programm, mit dem sich die Bundesrepublik ihren westlichen Partnern hier empfahl, speiste sich aus einer Vergangenheit, die man vorgab, überwinden zu wollen. Dabei war fast die Hälfte derjenigen, die an der Organisation der ersten documenta mitwirkten, Mitglied von NSDAP, SA oder SS gewesen. Werke ermordeter jüdischer oder verfolgter kommunistischer Künstler*innen waren in Kassel hingegen nicht vertreten. Für die Opfer von Verfolgung, Krieg und Massenmord schien kein Platz in der Erzählung vom vermeintlichen Neuanfang der jungen Bundesrepublik.

Die documenta war eng an das politische Programm der Bundesrepublik der 1950er und 1960er Jahre gebunden und spiegelte die Spannungen des Kalten Kriegs wider. Die ehemals diffamierte moderne Kunst stieg aufgrund der beträchtlichen Förderung und Indienstnahme von Seiten der Politik zur Staatskunst und damit zum Mittel der Anbindung an den „Westen” auf. Gerichtet war die Großveranstaltung in „Zonenrandlage” zwar auch an ein ostdeutsches Publikum, ostdeutsche Kunst blieb jedoch unerwünscht. Erst in den 1970er Jahren rückten im Zuge von Willy Brandts neuer „Ostpolitik” ostdeutsche und osteuropäische Künstler*innen in den Blick.

Die documenta machte Karriere als internationales Großereignis mit Festivalcharakter, junge Menschen diskutierten vor Ort mit Künstler*innen. In bildungsbürgerlichen Teilen des Publikums sorgte sie verlässlich für Irritationen bis hin zu Gegendemonstrationen. Die Marke „documenta” stieg in den folgenden Jahrzehnten international zum Modell eines ebenso populären wie wirtschaftlich orientierten Kunstevents in einer globalisierten (Kunst-) Welt auf. Sie war immer wieder auch eine Plattform für politischem Aktivismus, wie nicht nur die feministische Künstlerinnengruppe Guerrilla Girls 1987 auf der documenta 8 eindrucksvoll bewies.

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Ort:

Deutsches Historisches Museum | Pei-Bau, Unter den Linden 2, Berlin, DE

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