Im November 2024 wurde im Humboldt Forum die in enger Zusammenarbeit mit dem National Museum of Tanzania und Communities aus Tansania erarbeitete Ausstellung “Geschichte(n) Tansanias” eröffnet.
Die Folgen von Unterdrückung, Ausbeutung und Gewalt wirken bis in die Gegenwart. Während des Kolonialismus wurden Tausende von cultural belongings nach Deutschland gebracht. Im Ethnologischen Museum in Berlin befinden sich mehr als 10.000 ‚Objekte‘ aus dem heutigen Tansania. In der Ausstellung “Geschichte(n) Tansanias” werden anhand von diversen Erzählungen, Perspektiven und cultural belongings die jahrhundertelangen Verflechtungen des heutigen Tansanias gezeigt. Ein besonderer Fokus liegt auf dem Zeitraum der kolonialen Unterdrückung durch Kriege und Ausbeutung.
Zuvor hatte der Besuch des Maji-Maji-Museums in Songea durch Bundespräsident Steinmeier 2023 einer breiteren Öffentlichkeit die entgrenzte Gewalt deutscher Kolonialherrschaft ins Bewusstsein gerufen. Die Gewaltformen im kolonialen Kontext Ostafrikas (1885 bis 1918) gingen über Guerillataktiken und die Politik der verbrannten Erde hinaus. Sie forderten hunderttausende zivile Opfer.
Die Globalhistorikerin Tanja Bührer beschreibt über die gesamte Kolonialzeit in “Deutsch-Ostafrika” hinweg entscheidende Schlachten, von der
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Im November 2024 wurde im Humboldt Forum die in enger Zusammenarbeit mit dem National Museum of Tanzania und Communities aus Tansania erarbeitete Ausstellung “Geschichte(n) Tansanias” eröffnet.
Die Folgen von Unterdrückung, Ausbeutung und Gewalt wirken bis in die Gegenwart. Während des Kolonialismus wurden Tausende von cultural belongings nach Deutschland gebracht. Im Ethnologischen Museum in Berlin befinden sich mehr als 10.000 ‚Objekte‘ aus dem heutigen Tansania. In der Ausstellung “Geschichte(n) Tansanias” werden anhand von diversen Erzählungen, Perspektiven und cultural belongings die jahrhundertelangen Verflechtungen des heutigen Tansanias gezeigt. Ein besonderer Fokus liegt auf dem Zeitraum der kolonialen Unterdrückung durch Kriege und Ausbeutung.
Zuvor hatte der Besuch des Maji-Maji-Museums in Songea durch Bundespräsident Steinmeier 2023 einer breiteren Öffentlichkeit die entgrenzte Gewalt deutscher Kolonialherrschaft ins Bewusstsein gerufen. Die Gewaltformen im kolonialen Kontext Ostafrikas (1885 bis 1918) gingen über Guerillataktiken und die Politik der verbrannten Erde hinaus. Sie forderten hunderttausende zivile Opfer.
Die Globalhistorikerin Tanja Bührer beschreibt über die gesamte Kolonialzeit in “Deutsch-Ostafrika” hinweg entscheidende Schlachten, von der Schlacht bei Rugaro 1891 bis zu den Maji-Maji-Kriegen 1905-1908. Sie schildert, wie afrikanische Kriegsparteien die Initiative zum Angriff gegen die fremden Invasoren ergriffen, und setzt sie in die größeren Zusammenhänge der europäischen Expansion des fin de siècle. Ihr Buch “Kolonialkriege in Ostafrika 1885 – 1914” ist im November 2025 erschienen.
Der genaue Ablauf der Veranstaltung wird Anfang Januar hier veröffentlicht.
Beteiligte
Tanja Bührer studierte Geschichte und Philosophie an der Universität Bern und promovierte dort im Jahre 2008 mit einer Arbeit über deutsche koloniale Sicherheitspolitik und Kolonialtruppen. Es folgten Stellen als Oberassistentin für Neuere Geschichte und Zeitgeschichte und als Dozentin für Migrationsgeschichte an der Universität Bern sowie Vertretungsprofessuren an den Universitäten Rostock, Potsdam und an der LMU München. Mobilitätsstipendien des Schweizerischen Nationalfonds (SNF) führten sie u.a. als Gastwissenschaftlerin an die HU Berlin, die University of Dar es Salaam, das Oxford Centre for Global History, die School of Oriental and African Studies (SOAS), das German Historical Institute London (GHIL) und die Jawaharlal Nehru University (JNU). Im Jahr 2019 wurde sie an der Philosophisch-historischen Fakultät der Universität Bern mit einer Arbeit mit dem Titel „Intercultural Diplomacy and Empire in an Age of Global Reforms and Revolutions“ habilitiert.
Darüber hinaus leitet sie seit April 2022 das Teilprojekt „Illegitime Gewalt im französischen und österreichischen Militär während den französischen Revolutionskriegen und Napoleonischen Kriegen (1789–1815)“ in der DFG-Forschungsgruppe „Militärische Gewaltkulturen — Illegitime militärische Gewalt von der Frühen Neuzeit bis zum Zweiten Weltkrieg“.
Forschungsschwerpunkte: Kolonial- und Globalgeschichte mit regionalen Schwerpunkten in Ostafrika und Südasien (18.-20. Jh.), transnationale Geschichte Großbritanniens, Deutschlands und Frankreichs (18.-20. Jh.), interkulturelle Diplomatiegeschichte, Geschichte der Gewalt und Militärgeschichte, Migrationsgeschichte.
Frank Reichherzer ist seit 2024: Ko-Projektleiter des von der Volkswagenstiftung geförderten Projektes „Greening Military? Zur Transformation der Streitkräfte vor dem Hintergrund von sicherheitspolitischer ‚Zeitenwende‘ und ‚Klimakrise’“. Seit 2018 ist er Projektleiter des Leitthemas „Militär und Gewalt“ im Rahmen der Agenda 2028 des ZMSBwZentrum für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr“. Seit 2015 arbeitet er als Wissenschaftlicher Mitarbeiter im Forschungsbereich Militärgeschichte bis 1945 am Zentrum für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr, Potsdam
2013-2014 war er Fellow am Internationalen Geisteswissenschaftlichen Kolleg Arbeit und Lebenslauf in globalgeschichtlicher Perspektive (re:work)
2011 promovierte er an der Eberhard-Karls-Universität Tübingen mit der Arbeit: „Alles ist Front!“ Wehrwissenschaften und die Bellifizierung der Gesellschaft vom Ersten Weltkrieg bis in den Kalten Krieg„
2007-2014 führten ihn Aufenthalte als Gastwissenschaftler an die Universitäten Bologna, Rennes II und Paris Sorbonne
2007-2014 war er Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Humboldt-Universität zu Berlin, Institut für Geschichtswissenschaften, Bereich Geschichte Westeuropas und der transatlantischen Beziehungen
2005-2007 war er Wissenschaftlicher Mitarbeiter am SFB 437 „Kriegserfahrungen. Krieg und Gesellschaft in der Neuzeit“. Projektbereich Kriegserfahrungen und Wissenschaften, Eberhard-Karls Universität Tübingen
1998-2005 studierte er Neuere und Neueste Geschichte, Politikwissenschaften und Allgemeine Rhetorik an der Eberhard-Karls-Universität Tübingen und der Universität Florenz
Arbeitsgebiete und Forschungsprojekte: Zeitlichkeit, Krieg und Militär, Gewaltforschung Krieg und Militär, Ideengeschichte des Krieges; Militärgeschichte des 20. Jahrhunderts; Zweiter Weltkrieg; „Kalter Krieg“, Wissenschaften und Krieg.
- kostenfrei
- Dauer: 60 min
- ab 12 Jahre
- Sprache: Deutsch
- Ort: Mechanische Arena im Foyer
- Teil von: Gästezimmer
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