In einer Zeit, als die Götter in Tiergestalt auf der Erde lebten, haben sich Menschen in der Eisenstadt am Rande eines Waldes angesiedelt. Ihre Herrscherin Eboshi will den Wald roden lassen, um an Rohstoffe zu gelangen. Als die Menschen den Gott des Waldes töten, kommt es zwischen ihnen und den Tieren zum Kampf. Angeführt werden sie von der geheimnisvollen San, die von der Wolfsgöttin Moro aufgezogen und zu Prinzessin Mononoke wurde. Bei seinem Erscheinen im Jahr 1997 wurde das vielschichtige Öko-Märchen, das Jung und Alt in seinen Bann zieht, in Japan zum erfolgreichsten einheimischen Film. Auch in der Schweiz, wo der Film erst drei Jahre später als einer der ersten nicht von den Disney Studios stammenden Animationsfilme in die Kinos kam, erzielte "Princess Mononoke" einen Überraschungserfolg. Erstmals wurde ein grösseres Publikum auf die hochstehende japanische Animationsfilmkunst aufmerksam. Heute gilt er als Meilenstein des Animationsfilms und ist dank seiner Themen unverändert aktuell. Till Brockmann schrieb damals in der NZZ: "Die Einsicht in die Sinnlosigkeit blinder Feindschaft und der Ruf nach friedlichem Zusammenleben von Mensch und Natur: Diese Botschaft gelingt Hayao Miyazaki dank der Komplexität der Figuren, die sich geschickt der Einteilung in ein einfaches Gut-und-Böse-Schema entziehen."