Darum geht es: Der achtjährige David Herzer ist tot. Ein plötzlicher Autounfall hat das Leben seiner Eltern, Renate und Konrad, jäh verändert. Doch die Eltern weigern sich, die endgültige Leerstelle zu akzeptieren. Mithilfe digitaler Medien und künstlicher Intelligenz erschaffen sie eine virtuelle Welt, in der David weiterlebt. Während Renate auf ihrem Blog Einblicke in ein scheinbar normales Familienleben gibt, reagiert die Öffentlichkeit gespalten. Die Situation eskaliert, als das private Trauerkonstrukt zum medialen Spektakel wird: Ein Fernsehteam rückt an, um den „Fall David Herzer“ zu dokumentieren. Die Schule verweigert David plötzlich den weiteren „Besuch“ des Unterrichts. Der YouTuber Tim Feels entfacht mit einem kritischen Video eine hitzige Debatte im Netz. Inmitten von Hasskommentaren und öffentlichem Druck kämpft Renate mit der provokanten Überzeugung: „Mein Sohn gehört nicht der Erde, er gehört uns“. Je mehr Aufmerksamkeit das digitale Abbild Davids bekommt, desto lebendiger scheint es für die Eltern zu werden.
Warum man es sehen muss: Das Stück von Georg-Büchner-Preisträger Clemens J. Setz ist ein düster-skurriles Spiel über unsere moderne, hypermediale Welt. Es stellt die drängenden Fragen unserer Zeit: Können die Toten im Virtuellen weiterleben? Ist Technik ein
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Darum geht es: Der achtjährige David Herzer ist tot. Ein plötzlicher Autounfall hat das Leben seiner Eltern, Renate und Konrad, jäh verändert. Doch die Eltern weigern sich, die endgültige Leerstelle zu akzeptieren. Mithilfe digitaler Medien und künstlicher Intelligenz erschaffen sie eine virtuelle Welt, in der David weiterlebt. Während Renate auf ihrem Blog Einblicke in ein scheinbar normales Familienleben gibt, reagiert die Öffentlichkeit gespalten. Die Situation eskaliert, als das private Trauerkonstrukt zum medialen Spektakel wird: Ein Fernsehteam rückt an, um den „Fall David Herzer“ zu dokumentieren. Die Schule verweigert David plötzlich den weiteren „Besuch“ des Unterrichts. Der YouTuber Tim Feels entfacht mit einem kritischen Video eine hitzige Debatte im Netz. Inmitten von Hasskommentaren und öffentlichem Druck kämpft Renate mit der provokanten Überzeugung: „Mein Sohn gehört nicht der Erde, er gehört uns“. Je mehr Aufmerksamkeit das digitale Abbild Davids bekommt, desto lebendiger scheint es für die Eltern zu werden.
Warum man es sehen muss: Das Stück von Georg-Büchner-Preisträger Clemens J. Setz ist ein düster-skurriles Spiel über unsere moderne, hypermediale Welt. Es stellt die drängenden Fragen unserer Zeit: Können die Toten im Virtuellen weiterleben? Ist Technik ein Hoffnungsanker oder ein Gift für die Realität? Was bedeutet Authentizität, wenn sich jede:r im Netz perfekt inszenieren kann?
Erleben Sie eine packende Inszenierung des Kantitheaters 2026 der Kantonsschule Baden, die zwischen melancholischer Tiefe und skurriler Situationskomik die Grenzen zwischen Leben, Tod und digitaler Unsterblichkeit ausloten.
“Ob ein Kind für immer tot ist, entscheiden die Eltern.” Ulrike, Journalistin in Der Triumph der Waldrebe in Europa
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