Piotr Anderszewski ist ein feinsinniger Erzähler, der mit seinem unverwechselbar samtigen Anschlag tief in die Schichten der Musik hineinlauscht. Wie ein Seismograph erfasst er dabei kleinste emotionale Regungen und verwandelt sie in ein eindringliches Hörerlebnis.
Im Zentrum des Abends steht das musikalische Testament zweier Meister: Anderszewski widmet sich einer Auswahl aus Johannes Brahms’ späten Klavierstücken op. 116 bis 119. Dabei fokussiert er sich gänzlich auf den inneren Ton der Charakterstücke und kehrt mit seinem fnuancierten Spiel die jeweilige Gefühlswelt hervor. Diesen intimen Werken stellt er die visionäre letzte Sonate in c-Moll von Ludwig van Beethoven gegenüber.