In „En Saga“ öffnet Jean Sibelius eine Welt der nordischen Sage, die mehr Atmosphäre als Handlung bietet und mehr eine finnische Landschaft erzeugt, die ihre Seele erzählt. „Es ist Ausdruck eines gewissen Seelenzustandes“, sagte der damals noch junge Komponist. En Saga zählt zu den meistgespielten Werken Sibelius’.
In Carl Maria von Webers kurzem „Concertino“ mit dem jungen Solisten Moritz Siegel (17) aus der bekannten Talentschmiede „folkwang junior“ wird die Klarinette zu einem Protagonisten theatralischer Erzählung wie in einem romantischen Märchen: opernhaft-dramatisch, gesanglich schwebend, und zum Schluss jugendlich keck und brillierend.
Nach der Pause weitet sich der Blick ins Monumentale: Alexander Borodins zweite Sinfonie wirkt wie ein episches Panorama, in dem nun das große Orchester erzählt: kraftvoll, archaisch, leidend und voller Bewegung mit kantig-heroischen und singenden Themen. Es sind die Szenen eines großen historischen Romans, der mit Feier und ausgelassenem Tanz endet.