Bernd Lhotzky:
Auf der Grundlage einer atemberaubenden, klassisch geschulten Klavier-Technik gilt Lhotzky seit drei Jahrzehnten als wichtigster deutscher Botschafter des klassischen Jazz-Pianos und als Brückenbauer zwischen dessen Historie und Gegenwart.Bernd Lhotzky wurde mehrfach mit dem Preis der Deutschen Schallplattenkritik ausgezeichnet. Zuletzt für sein Solo-Album „Rag Bag“, das er nun live in der Villa Papendorf live präsentiert.
Rag Bag
Rag Bag ist eine Scherenarbeit, eine Montage, unausgegoren, bedenkenlos und asymmetrisch. Der Ragtime war Bernd Lhotzkys Einstieg in den Jazz. Ihn begeistert an dieser Musik bis heute, dass sie so warm, lebensbejahend und unverstellt ist: „Ich liebe den Jazz der Frühzeit, weil er nur so strotzt vor Vitalität und ehrlicher Freude. Diese Emotionalität kann weder eine Klavierwalze wiedergeben noch eine notengetreue Reproduktion spürbar machen“, und weiter zu seinem Programm „… es ist ein Flickenteppich aus verschiedenen Motiven und Stilen, aus Assoziationen und losen Gedanken rund um den Ragtime, um die Farben und Düfte des ausgehenden 19. Jahrhunderts. Ein wiederkehrenden Grundmotiv bilden dabei Anklänge an Scott Joplin, dessen hübsch anmutende, wohl geordnete Kompositionen keinen Hinweis auf sein tragisches Leben zu enthalten
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Bernd Lhotzky:
Auf der Grundlage einer atemberaubenden, klassisch geschulten Klavier-Technik gilt Lhotzky seit drei Jahrzehnten als wichtigster deutscher Botschafter des klassischen Jazz-Pianos und als Brückenbauer zwischen dessen Historie und Gegenwart.Bernd Lhotzky wurde mehrfach mit dem Preis der Deutschen Schallplattenkritik ausgezeichnet. Zuletzt für sein Solo-Album „Rag Bag“, das er nun live in der Villa Papendorf live präsentiert.
Rag Bag
Rag Bag ist eine Scherenarbeit, eine Montage, unausgegoren, bedenkenlos und asymmetrisch. Der Ragtime war Bernd Lhotzkys Einstieg in den Jazz. Ihn begeistert an dieser Musik bis heute, dass sie so warm, lebensbejahend und unverstellt ist: „Ich liebe den Jazz der Frühzeit, weil er nur so strotzt vor Vitalität und ehrlicher Freude. Diese Emotionalität kann weder eine Klavierwalze wiedergeben noch eine notengetreue Reproduktion spürbar machen“, und weiter zu seinem Programm „… es ist ein Flickenteppich aus verschiedenen Motiven und Stilen, aus Assoziationen und losen Gedanken rund um den Ragtime, um die Farben und Düfte des ausgehenden 19. Jahrhunderts. Ein wiederkehrenden Grundmotiv bilden dabei Anklänge an Scott Joplin, dessen hübsch anmutende, wohl geordnete Kompositionen keinen Hinweis auf sein tragisches Leben zu enthalten scheinen.“
Bernd Lhotzky gelingt es, auf sehr moderne Art eine Musik zu interpretieren, deren Melodien, Mechanismen und Regeln meist weit über hundert Jahre alt sind.
Die in 2024 erschienene gleichnamige Aufnahme erhielt den Preis Der Deutschen Schallplatten Kritik, die Jury schrieb über das Album: Die Anknüpfungspunkte für die brillante Pianistik des Münchner Pianisten Bernd Lhotzky lagen bisher meist im Stridepiano. In »Rag Bag« blickt er zurück auf dessen Vorläufer: den Ragtime – eine Startrampe in alle Richtungen. Oft sind dessen Elemente bei ihm nur in homöopathischen Dosen vorhanden, doch wie das Salz in der Suppe prägen sie den Gesamtklang. In diesem Konzert spinnt er über Choro, klassische Moderne, Spanish Tinge, Blues und Stride die vom Rag ausgehenden Impulse in die Gegenwart weiter, in 13 feinen, meist eigenen Miniaturen – und das mit spielerischer Leichtigkeit und Stilgefühl!
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