Spurensuche und Erkenntnisse zu einem Meilenstein der Schweizer Geschichte
Starke Bilder fördern das gegenseitige Verständnis und tragen zum Gelingen einer Gemeinschaft bei. Zu den stärksten Bildern in der Entwicklung der Eidgenossenschaft als demokratisches Gemeinwesen gehört das Stanser Verkommnis von 1481.
Seine eigentliche Überhöhung als Meilenstein in unserer Geschichte erfolgte Mitte des 16. Jahrhunderts. Das zentrale Ereignis dafür war ein 1550 in Basel uraufgeführtes Theaterstück. Dieses zweite Ereignis ist selbst in Fachkreisen kaum mehr bekannt. Höchste Zeit also, diese interessante Geschichte auszugraben, war sie doch entscheidend für die Ausformung des «Stanser Verkommnis» als Fundament, Sinnbild und Mythos der schweizerischen Demokratie. Ein Fundament notabene, das bis heute trägt und auch in der Bundesverfassung von 1999 ihre Spuren hinterlassen hat.
Dr. phil. Roland Gröbli studierte Germanistik und Geschichte an den Universitäten Zürich und Berlin (West) und promovierte mit einer Dissertation über Leben und Lehre des Niklaus von Flüe bei Prof. Alois Haas. Seit seiner Pensionierung beschäftigt er sich am liebsten mit Geschichte, vom Spätmittelalter bis in unsere Zeit, mit Mentalitätsgeschichte und Mystik. Regelmässige Schreib-, Forschungs- und Vortragstätigkeit.