Am 24. Januar 1975 spielte Keith Jarrett in der Kölner Oper ein Konzert, das unter ungewöhnlich schwierigen Umständen stattfand. Nach einer langen Anreise und geplagt von Rückenschmerzen musste er feststellen, dass der bereitgestellte Flügel nicht dem vereinbarten Instrument entsprach und deutliche klangliche sowie technische Mängel aufwies. Dennoch entschied er sich aufzutreten.Was folgte, war eine vollständig improvisierte musikalische Reise von großer Intensität. Aus einfachen rhythmischen und harmonischen Ideen entwickelte Jarrett eine Musik von lyrischer Ruhe, pulsierender Energie und großer formaler Geschlossenheit. Die Aufnahme dieses Abends erschien später als „The Köln Concert“ und wurde zum meistverkauften Solo-Jazzklavieralbum der Geschichte.
In seiner Interpretation nähert sich Benjamin Schatz diesem legendären Konzert als lebendigem musikalischen Prozess – nicht als Rekonstruktion, sondern als persönliche Annäherung an den improvisatorischen Geist dieses einzigartigen Abends.