Das Wort „Labyrinth" ist in aller Munde, wenn man über Venedig spricht. Reisende, Reiseführer und nicht zuletzt die Venedigliteratur von Goethe bis Thomas Mann vergleichen immer wieder das Gassengewirr der Lagunenstadt mit den irreführenden Wegen eines Labyrinths. Doch der labyrinthische Charakter der Stadt geht weit über diese oberflächliche Beobachtung hinaus und umfasst zentrale Aspekte der Geschichte, des Stadtbildes und der Identität Venedigs selbst.
Die Literaturwissenschaftlerin Aglaia Bianchi Schieke gibt einen Einblick in dieses einmalige Zusammenspiel zwischen realer Stadt, imaginiertem Ort und Labyrinth als Struktur, Mythos und Symbol. Sie lädt auf Spaziergängen mit illustren Reisegefährten wie Thomas Mann und Giuseppe Sinopoli dazu ein, sich auf die Suche nach den Elementen zu machen, die Venedig so einzigartig labyrinthisch machen. Den Rhythmus gegeben die Vier Jahreszeiten von Antonio Vivaldi vor, gespielt von Studierenden der Hochschule für Musik Mainz unter der Leitung von
Prof. Benjamin Bergmann und mit Markus Stein am Cembalo.