May

8-10

08.05. - 10.05.

Produktdesign und Arte Povera – Josef Überall

Produktdesign und Arte Povera –  Josef Überall UNIKOM-Kunstzentrum Tickets

Credits: Stadtarchiv Schwäbisch Gmünd / D. Weiss

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UNIKOM-Kunstzentrum, Schwäbisch Gmünd (DE)

Produktdesign und Arte Povera – Josef Überall in Düsseldorf und Schwäbisch Gmünd.

Ausstellungswochenende zum 90. Geburtstag von Josef Überall (1936 – 2008).

UNIKOM-Kunstzentrum Schwäbisch Gmünd

Fast 20 Jahre nach seinem Tod zählt Josef Überall (1936 – 2008) noch immer zu den bekannteren Personen der Gmünder Kunstszene. Wer ab den 1980er Jahren das kulturelle Geschehen der Stadt verfolgte, verbindet so manches mit dem eigenwilligen Künstler, der zunächst in einer Hütte auf einer Waldlichtung bei Alfdorf und dann in Schwäbisch Gmünd, unter anderem auf dem Zeiselberg, lebte und alles, was er anfasste und was er tat, zur Kunst machte. Josef Überall gehörte zum Gmünder Stadtbild, zur Kunstszene, war zwiespältig und aufregend und nahm für seine Kunst, die sich einer eindeutigen stilistischen Einordnung verweigert, auch ein karges Leben in Kauf.

Häufig werden Überalls Arbeiten der Arte Povera zugeordnet. Mit ihr haben sie in erster Linie die Verwendung von armen, unkonventionellen Materialien und die Einbeziehung von Zeit, Prozess und Vergänglichkeit gemein. Zugleich gab es für Überall jedoch kaum eine Trennung von Leben und Werk. Das beinhaltete spielerische, philosophische, anthroposophische oder spirituelle Ansätze, unkonventionelle Provokation, Humor, Geselligkeit und kauziges

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Produktdesign und Arte Povera – Josef Überall in Düsseldorf und Schwäbisch Gmünd.

Ausstellungswochenende zum 90. Geburtstag von Josef Überall (1936 – 2008).

UNIKOM-Kunstzentrum Schwäbisch Gmünd

Fast 20 Jahre nach seinem Tod zählt Josef Überall (1936 – 2008) noch immer zu den bekannteren Personen der Gmünder Kunstszene. Wer ab den 1980er Jahren das kulturelle Geschehen der Stadt verfolgte, verbindet so manches mit dem eigenwilligen Künstler, der zunächst in einer Hütte auf einer Waldlichtung bei Alfdorf und dann in Schwäbisch Gmünd, unter anderem auf dem Zeiselberg, lebte und alles, was er anfasste und was er tat, zur Kunst machte. Josef Überall gehörte zum Gmünder Stadtbild, zur Kunstszene, war zwiespältig und aufregend und nahm für seine Kunst, die sich einer eindeutigen stilistischen Einordnung verweigert, auch ein karges Leben in Kauf.

Häufig werden Überalls Arbeiten der Arte Povera zugeordnet. Mit ihr haben sie in erster Linie die Verwendung von armen, unkonventionellen Materialien und die Einbeziehung von Zeit, Prozess und Vergänglichkeit gemein. Zugleich gab es für Überall jedoch kaum eine Trennung von Leben und Werk. Das beinhaltete spielerische, philosophische, anthroposophische oder spirituelle Ansätze, unkonventionelle Provokation, Humor, Geselligkeit und kauziges Eigenbrötlertum, performative Kunst und Selbstinszenierung, ohne sich durch eine künstlerische Schule oder Stilrichtung einschränken zu lassen.

Vermutlich kennen jedoch nur wenige, die seine Kunst in Schwäbisch Gmünd verfolgt haben, Josef Überalls frühere, teils bürgerlichere, teils avantgardekünstlerische Jahre. Josef Überall, geboren im heutigen Tschechien, war gelernter Stahlgraveur, bevor er an der Staatlich Höheren Fachschule für das Edelmetallgewerbe, der heutigen Hochschule für Gestaltung in Schwäbisch Gmünd studierte. Als Goldschmied arbeitete er dann in Düsseldorf, wo er auch in Kontakt zum Lichtplaner Johannes Dinnebier kam und in dessen Firma Licht im Raum einstieg. Überall leitete eine der Filialen und bewegte sich in der aufregenden Aufbruchsstimmung der Düsseldorfer Kunstszene der späten 60er Jahre, die von Künstlern wie Beuys oder der ZERO Gruppe um Uecker, Piene und Mack geprägt war.

Jahre nach dem Tod eines Künstlers stellt sich unweigerlich irgendwann die Frage was war, was bleibt? Dies betrifft einerseits künstlerische Nachlässe aber auch persönliche Erlebnisse, von Kunstinteressierten und Sammler*innen gekaufte und erhaltene Objekte, Text-, Ton- und Bilddokumente, die an ihn erinnern.

Dieser Frage soll anlässlich Josef Überalls 90. Geburtstag am Wochenende des 10. Mai 2026 nachgegangen werden. In der Galerie des Unikom Kunstzentrums wird eine Ausstellung mit Objekten, Installationen und Dokumentationen gezeigt. Vertreten sind Arbeiten aus öffentlichen Ankäufen und Arbeiten, die von Wegbeleiter*innen, Sammler*innen und Künstlerfreund*innen und von der Familie geliehen werden. Die spannende Frage während der Ausstellungskonzeption und Planung war dabei immer, welche künstlerischen Arbeiten noch erhalten sind. Welche Rolle spielen sie heute noch für die Leihgeber*innen? Und nicht zuletzt, welche künstlerische Wirkung entfalten sie heute noch?

Ergänzt wird die Ausstellung mit Originalen, Film- und Fotodokumenten sowie Zitaten aus Printmedien durch Arbeiten und Dokumentationen aus der Düsseldorfer Zeit Überalls, die zum Teil in Schwäbisch Gmünd noch nie gezeigt wurden.

Während des Ausstellungswochenendes wird es zur Eröffnung neben einführenden Worten musikalisch-performative Beiträge und rare Filmdokumente geben. Der Samstag ist geprägt durch Filme, Gespräche und ein Symposium mit Sammler*nnen, Wegbegleiter*innen und Angehörigen des Künstlers entlang der Frage, was von Überalls Wirken bleibt. Auf dem Geburtstagsempfang am Sonntag stellen Sammler*innen Ihr Lieblingsobjekte von Josef Überall vor und eine Jazzmusikerin improvisiert auf dem Saxophon zu ausgewählten Werken in der Ausstellung.

Programmübersicht:

Freitag, 8. Mai, 19:00
Vernissage
mit Impulsen von Jonathan Überall, Klaus Ripper, Moritz von Woellwarth, Ulrich Stephan und Vreni Krieger

Samstag, 9. Mai, 9:00-18:00 Uhr
Symposium 90 Jahre Josef Überall: Was war? Was bleibt?
Audio-, Film- und Bild-Dokumente und Erinnerungen mit Sammler*nnen, Wegbegleiter*innen und Angehörigen des Künstlers. 30-Minütige Medienvorführungen jeweils um 10/11/14/16 Uhr. Moderation: Friedrich Erbacher
Die Teilnahme ist ab einer Verweildauer von etwa einer Stunde möglich. Um Anmeldung unter jue90@listi.jpberlin.de wird gebeten.

Sonntag, 10. Mai, 11:00-13:00 Uhr
Geburtstagsempfang
Sammler*innen stellen ihre Lieblingsobjekte vor. Gabriela Stibbe improvisiert auf dem Saxophon zu einzelnen Werken in der Ausstellung.

Öffnungszeiten der Ausstellung:
Freitag, 8. Mai 2026, 19:00-22:00 Uhr
Samstag, 9. Mai, 9:00-18:00 Uhr
Sonntag, 10. Mai, 10:00-18:00 Uhr

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Name Date / time Location
Produktdesign und Arte Povera –  Josef Überall Tickets Produktdesign und Arte Povera – Josef Überall Friday, 08.05.2026, 19:00 UNIKOM-Kunstzentrum, 73525 Schwäbisch Gmünd, DE Infomation
Produktdesign und Arte Povera –  Josef Überall Tickets Produktdesign und Arte Povera – Josef Überall Saturday, 09.05.2026, 09:00 UNIKOM-Kunstzentrum, 73525 Schwäbisch Gmünd, DE Infomation
Produktdesign und Arte Povera –  Josef Überall Tickets Produktdesign und Arte Povera – Josef Überall Sunday, 10.05.2026, 10:00 UNIKOM-Kunstzentrum, 73525 Schwäbisch Gmünd, DE Infomation