Eine weitere Lesung zum Thema Nahost. Wir freuen uns sehr, dass wir dafür den palästinensischen Autor Hamza Howidy und seine Co-Autorin Judith Poppe gewinnen konnten.
Im Buch „Muscheln am Strand von Gaza“ beschreibt Hamza Howidy seine Lebensgeschichte und seine Sicht auf den Konflikt in Palästina. Er ist im Gaza-Streifen aufgewachsen und ging auf eine streng religiöse Schule. Schon früh kamen ihm Zweifel an der Richtigkeit der Lehren und an der Herrschaftsausübung der Hamas.
Nachdem er an Protesten teilgenommen hatte kam er ins Gefängnis und wurde dort gefoltert. Glücklicherweise gelang die Flucht, die ihn schließlich nach Deutschland führte. Hier lebt er immer noch, allerdings bislang noch mit unsicherem Aufenthaltsstatus.
Das alles hat Hamza Howidy aber nicht zum Schweigen gebracht. Immer wieder nimmt er öffentlich Stellung. Dabei ist er sowohl kritisch gegenüber Teilen der der propalästinensischen Bewegung, denen er mangelnde Distanz zur Hamas und zum Islamismus vorwirft, als auch gegenüber der israelischen Kriegsführung. Schließlich kennt er das Leid der Zivilbevölkerung im Gaza-Streifen aus den Erfahrungen seiner Freunde und seiner Familie.
Beeindruckend ist, wie Hamza Howidy sich aller Umstände zum Trotz schon früh ein erstaunlich breites Wissen angeeignet und
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Eine weitere Lesung zum Thema Nahost. Wir freuen uns sehr, dass wir dafür den palästinensischen Autor Hamza Howidy und seine Co-Autorin Judith Poppe gewinnen konnten.
Im Buch „Muscheln am Strand von Gaza“ beschreibt Hamza Howidy seine Lebensgeschichte und seine Sicht auf den Konflikt in Palästina. Er ist im Gaza-Streifen aufgewachsen und ging auf eine streng religiöse Schule. Schon früh kamen ihm Zweifel an der Richtigkeit der Lehren und an der Herrschaftsausübung der Hamas.
Nachdem er an Protesten teilgenommen hatte kam er ins Gefängnis und wurde dort gefoltert. Glücklicherweise gelang die Flucht, die ihn schließlich nach Deutschland führte. Hier lebt er immer noch, allerdings bislang noch mit unsicherem Aufenthaltsstatus.
Das alles hat Hamza Howidy aber nicht zum Schweigen gebracht. Immer wieder nimmt er öffentlich Stellung. Dabei ist er sowohl kritisch gegenüber Teilen der der propalästinensischen Bewegung, denen er mangelnde Distanz zur Hamas und zum Islamismus vorwirft, als auch gegenüber der israelischen Kriegsführung. Schließlich kennt er das Leid der Zivilbevölkerung im Gaza-Streifen aus den Erfahrungen seiner Freunde und seiner Familie.
Beeindruckend ist, wie Hamza Howidy sich aller Umstände zum Trotz schon früh ein erstaunlich breites Wissen angeeignet und einen eigenständigen Standpunkt eingenommen hat. Eine wichtige Stimme, die aus erster Hand vom Leben der palästinensischen Bevölkerung in Gaza und der Grausamkeit des Hamas-Regimes berichtet und gleichzeitig die verbreitete Polarisierung von Gut und Böse durchbricht.
Judith Poppe ist Journalistin und Autorin mit Schwerpunkt auf dem Nahen Osten. Sie promovierte zu israelischer Literatur und forschte in den USA, Israel und dem Westjordanland. Von 2019 bis 2023 berichtete sie als Korrespondentin der taz aus Tel Aviv und den palästinensischen Gebieten. Heute arbeitet sie als Auslandsredakteurin, spezialisiert auf Menschenrechte und gesellschaftliche Bewegungen.
Hamza Howidy spricht englisch, es wird eine Übersetzung geben. Judith Poppe spricht deutsch.
Moderation: Maike Böcker (NEC)
Übersetzung: Renate Rosenthal-Heginbottom (Tigerberg e.V.)
Wann: Samstag, 21. November, 19 Uhr
Wo: Evangelisches Gemeindehaus St. Johannis, Johanniskirchhof 21
Der Veranstaltungsraum befindet sich im ersten Stock. Es gibt einen Aufzug, die Türbreite dort ist 77cm.
Eintritt frei. Spenden erwünscht.
Platzreservierung unter: info@cvo-buchladen.de
Veranstaltet von:
Tigerberg e.V.
Carl-von-Ossietzky-Buchhandlung
NEC - Norbert Elias Center for Transformation Design & Research
ICIS - Interdisciplinary Centre for European Studies
Die Lesung ist der zweite Teil einer dreiteiligen Lese-Reihe, die vom Tigerberg e.V. angestoßen wurde. Dazu der Tigerberg e.V.:
Wir haben lange überlegt, ob und wie wir uns als Tigerberg e.V. dem Thema Nahost und besonders dem Konflikt Israel/Palästina nähern wollen. Besonders hier in Deutschland und auch in „der Linken“ ist die Diskussion oft geprägt von vermeintlich klaren Positionen, die sich gegenseitig ausschließen und scharf attackieren.
Vielleicht verständlich in Zeiten, in denen die Zivilbevölkerung in Israel, Gaza und dem Westjordanland sowie dem angrenzenden Libanon (und jetzt auch darüber hinaus) ein bisher nicht gekanntes Ausmaß an Gewalt und Leiden erfahren muss und der Israel/Palästina Konflikt auch hier ausgetragen wird.
Leider bleibt bei den hoch emotionalisierten Reaktionen auf diese Leiden oft die Differenzierung zwischen politischen Akteuren und Zivilbevölkerung und der Blick auf historisch gewachsene Machtstrukturen auf der Strecke. Für Zweifel an vertrauten Wahrnehmungsmustern, für genaues Hinschauen oder gar für die Suche nach Lösungsansätzen bleibt wenig Platz.
Vor diesem Hintergrund wollen wir vom Tigerberg e.V. versuchen, einen Raum zu öffnen, in dem es zunächst einmal darum geht, genau zuzuhören, hinzuschauen und Fragen zu stellen.
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