Lesung und Gespräch mit Dr. Birgit Dahlke (HU Berlin).
Christa Wolf wurde 1929 in Landsberg an der Warthe geboren, dem heutigen Gorzów Wielkopolski – nur rund 90 Kilometer von Steinhöfel entfernt. Das Erlebnis der überstürzten Flucht im Januar 1945 und nur kurz danach die schockhafte Konfrontation mit dem Ausmaß nationalsozialistischer Verbrechen sollte ihre Entwicklung zur international anerkannten deutschen Schriftstellerin prägen.
Erst im Zusammenhang mit der Arbeit an „Kindheitsmuster“ (1976), also drei Jahrzehnte nach der Flucht, betrat sie erneut ihre verlorene Heimatstadt. Den literarischen Text, der sich der prägenden Verlusterfahrung widmete, veröffentlichte sie nie. Er wurde 2014 posthum von ihrem Mann Gerhard Wolf unter dem Titel „Nachruf auf Lebende. Die Flucht“ publiziert.
Dr. Dahlke, Leiterin der Arbeitsstelle Privatbibliothek Christa und Gerhard Wolf an der Humboldt-Universität zu Berlin und stellvertretende Vorsitzende der Christa Wolf Gesellschaft, stellt an diesem Abend Gründe dafür zur Diskussion. Ausgehend von ihrem Porträt „Christa Wolf. Antifaschistin – Humanistin – Sozialistin“ (Würzburg 2019) geht sie den Brüchen in der Biographie der Autorin nach und zeigt die vielfachen Widerstände, denen ihr Schreiben ausgesetzt war.
Warum hält die
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Lesung und Gespräch mit Dr. Birgit Dahlke (HU Berlin).
Christa Wolf wurde 1929 in Landsberg an der Warthe geboren, dem heutigen Gorzów Wielkopolski – nur rund 90 Kilometer von Steinhöfel entfernt. Das Erlebnis der überstürzten Flucht im Januar 1945 und nur kurz danach die schockhafte Konfrontation mit dem Ausmaß nationalsozialistischer Verbrechen sollte ihre Entwicklung zur international anerkannten deutschen Schriftstellerin prägen.
Erst im Zusammenhang mit der Arbeit an „Kindheitsmuster“ (1976), also drei Jahrzehnte nach der Flucht, betrat sie erneut ihre verlorene Heimatstadt. Den literarischen Text, der sich der prägenden Verlusterfahrung widmete, veröffentlichte sie nie. Er wurde 2014 posthum von ihrem Mann Gerhard Wolf unter dem Titel „Nachruf auf Lebende. Die Flucht“ publiziert.
Dr. Dahlke, Leiterin der Arbeitsstelle Privatbibliothek Christa und Gerhard Wolf an der Humboldt-Universität zu Berlin und stellvertretende Vorsitzende der Christa Wolf Gesellschaft, stellt an diesem Abend Gründe dafür zur Diskussion. Ausgehend von ihrem Porträt „Christa Wolf. Antifaschistin – Humanistin – Sozialistin“ (Würzburg 2019) geht sie den Brüchen in der Biographie der Autorin nach und zeigt die vielfachen Widerstände, denen ihr Schreiben ausgesetzt war.
Warum hält die Literaturwissenschaftlerin „Ein Tag im Jahr. 1960-2000“ (2003) für eines der wichtigsten Dokumente zur Geschichte der DDR? Und warum empfiehlt sie ihren Studierenden als erstes den dicken Briefband „Man steht sehr bequem zwischen allen Fronten. Christa Wolf. Briefe 1952-2011“ (2016)?
Wir freuen uns auf einen Austausch über Anpassung und Widerstand, über persönliche Verantwortung in politischen Systemen und über die Frage, wie Identität entsteht, wenn sich die Verhältnisse grundlegend verändern. Natürlich können auch Bücher vor Ort erworben werden.
Der Eintritt ist frei, Spenden werden erbeten.
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