Die Geigerin Gwendolyn Masin hat zusammen mit einem kleinen Ensemble beschlossen, in diese alchemistische Welt einzutreten. Der Rohstoffe die Ingredienzen eines aussergewöhnlichen Werkes: Igor Strawinskys «Die Geschichte vom Soldaten».
Dieses Stück entstand 1918 während Strawinskys Exil in der Schweiz, unmittelbar nach dem Ersten Weltkrieg. Es basiert auf einem russischen Volksmärchen und erzählt von einem Soldaten, der seine Geige – Sinnbild seiner Seele – dem Teufel im Tausch gegen Reichtum überlässt. In einer Zeit finanzieller Not entwickelten Strawinsky und der Dichter Charles Ferdinand Ramuz ein bewusst klein besetztes Wandertheater im Miniaturformat, in dem Erzähler, Schauspiel, Tanz und Musik untrennbar ineinandergreifen. Die Instrumentierung ist ungewöhnlich. Stilistisch verbindet das Werk Elemente aus Marsch, Tango, Jazz und klassischer Musik.
Die Geschichte vom Soldaten wird damit zum Sinnbild der Verwundungen und moralischen Verluste von Krieg und Krisenzeiten – zugleich aber zu einem neuen künstlerischen Rezept, destilliert aus unterschiedlichsten musikalischen und theatralen Rohstoffen.
Gwendolyn Masin (Geige), Carol McGonnell (Klarinette), Dermot Dunne (Akkordeon), Jonathan Loosli (Schauspiel), Vanessa Bärtsch (Schauspiel), Loreta Laha (Direktion)