Wie viel Neanderthalerin steckt heute noch in uns? Und was verraten uralte Genome über Migration, Identität und die Vielfalt menschlicher Gesellschaften? Der renommierte Archäogenetiker Johannes Krause zeigt in seinem Vortrag, wie die Analyse jahrtausendealter DNA und Proteine unser Bild der Menschheitsgeschichte grundlegend verändert hat. Seine Forschungen machen sichtbar, wie mobil und vielfältig menschliche Gesellschaften seit jeher waren und stellen althergebrachte Konzepte von Herkunft und Identität auf wissenschaftlicher Grundlage infrage.
Johannes Krause zählt zu den weltweit führenden Forschern auf dem Gebiet der Paläogenetik und ist seit 2020 Direktor am Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig. Er war an der Entschlüsselung des Neanderthaler-Genoms beteiligt, lieferte 2010 den ersten genetischen Nachweis des Denisova-Menschen und zeichnet für zahlreiche internationale Projekte zur frühen Menschheitsgeschichte verantwortlich.
Das Ticket gilt am Veranstaltungstag auch als Museumseintritt (10-18 Uhr).